Kunst hat nicht immer Recht – Festplattenabgabe

Trotz all dem das ich seit 2 Jahren in Deutschland wohne, stehe ich immer noch hinter meinem Land Österreich. Und was da gerade passiert, ist nicht mehr schön und auch der völlig falsche Weg.

In Österreich soll ein Gesetz in Kraft treten das Konsumenten Gebühren auf allen Datenträgern aufbrummt, genannt wird es die „Festplattenabgabe“. Aber das trifft nicht nur auf Festplatten zu sondern auch SSDs, Speicherkarten, USB Sticks… also allem worauf Daten gespeichert werden können.

Das heißt für alle die in Österreich Datenträger kaufen wird der Preis nach oben geschraubt.  Hintergrund ist folgender, es könnte ja sein das jemand Urheberrechtlich geschütztes Material auf seiner Festplatte speichert. Aus diesem Grund wird das illegale speichern von diesen Daten mit dieser Zwangsgebühr harmonisiert.

Die Gebühr soll dann an die Künstler ausgeschüttet werden. Ich glaube ich muss niemanden jetzt erzählen das nicht jeder illegales Material auf seiner Festplatte hat. Das hätte sogar vielleicht noch vor einigen Jahren auf über 50% der Leute zugetroffen, aber gerade in der heutigen Zeit mit Spotify und Netflix sinkt der Anteil an Leuten auf die das zutrifft enorm.

Ich für meinen Teil habe keinen einzigen MP3 Song oder Film mehr auf meiner Festplatte. Auch befinden sich nur eigene Fotos auf der Festplatte. Warum sollen Leute wie ich jetzt etwas wie eine Festplattenabgabe bezahlen? Richtig, gar nicht aber dennoch müsste ich.

Die Wahrscheinlichkeit das Leute urheberrechtlich geschützte Software auf den Festplatten haben ist meiner Meinung nach sogar höher als bei Musik, Film und ähnlichen Kunstwerken. P.S. Für Software Entwickler erhalten von der Festplattenabgabe natürlich nichts. Software vor allem auch Video Spiele sind ja auch keine Kunst.

Als ob das ganze aber nicht genug wäre, beschwert sich nun auch noch die Organisation „Kunst hat Recht“ über die zu nieder ausgefallene Gebühr im Gesetzentwurf.

Sagt mal, geht’s noch? Ich meine das dieses Gesetz nun beschlossen ist, ist bereits schlimm genug. Und jetzt ist es noch zu wenig? Vor allem trifft diese Gebühr ausschließliche österreichische Künstler. Also falls ihr euch die neuste Staffel „The Walking Dead“ heruntergeladen habt, davon sehen die Macher auch nichts.

Meiner Meinung nach haben Künstler natürlich Entlohnung verdient für ihre Arbeit. Aber auch nur von Leuten die deren Werke auch konsumieren und nicht pauschalisiert alle. Das erinnert mich ziemlich stark an die GIS Gebühr.

Zum Abschluss: Als Systemadministrator interessiert mich auch der Einsatz von Festplatten in Server Systemen. Falls also Festplatten ausschließlich für Backup Zwecke von eigenen Daten (z.B. Firmen Datenbanken) genutzt werden, fällt diese Gebühr natürlich auch an.

Laut dem Gesetzesentwurf hat man zwar die Möglichkeit nachträglich diese Gebühr zurückzuverlangen aber man kann sich ja ausmahlen wie aufwendig dieser Prozess sein wird. Vor allem muss man beweisen können das auf den Festplatten jetzt und auch Zukunft nie urheberrechtliches Material gespeichert wird. Auch das ist meiner Meinung nach schwierig, auch wenn ich jetzt die Festplatten für Backups nutze, kann man schwer beweisen das nicht in 5 Jahren doch mal ein MP3 Song darauf landet.

Ich persönlich finde das Gesetz ist ein großer Schritt ins 20te Jahrhundert und ein völlig falscher Weg Künstler für Ihre Arbeit zu entlohnen. Ich hoffe die Arbeiterkammer in Österreich sieht das gleich und schafft es eventuell doch noch das Gesetz zu Fall zu bringen. Sollte das doch nichts werden, kauft eure Datenträger bitte im Ausland.

2 Gedanken zu „Kunst hat nicht immer Recht – Festplattenabgabe

  1. Gibt es in Deutschland schon seit Jahrzehnten und nennt sich Pauschalabgabe. Auf Wikipedia gibt es eine lange Liste, für welche Speichermedien das gilt.
    Das das total lächerlich und überzogen ist, braucht man ja nicht zu erwähnen.

    1. Das mit Deutschland wusste ich nicht. Aber ja, lächerlich ist es. Vor allem weil den Bürgern damit versucht wird einzureden das die Gebühren an die Künstler gehen. Aber die Gebühren gehen an die Rechte Verwertungsgesellschaften mit riesigem Verwaltungskosten-Overhead.

      Ich bin nach wie vor der Meinung man müsste einen anderen Weg finden Künstler für ihre Arbeit zu entlohnen. Aber auf jeden Datenträger Gebühren drauf zu schlagen ist der falsche Weg.

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